Meine Ehrenamtliche Tätigkeit

Meine Ehrenamtliche Tätigkeit beim THW

Seit etwa 2005 bin ich beim Technischen Hilfswerk ehrenamtlich tätig. Damals war meine Motivation in diese Organisation einzutreten, dass ich was lerne und anderen helfen kann und 6 Jahre dort mein Wehrersatzdienst dableisten kann. Ich war von der Hilfe des THW’s beim Hochwasser 2002 so fasziniert das ich einfach dazugehören wollte um was zu bewegen um anderen Helfen zu können. Bis heute ist diese Motivation ungebrochen. Denn ich merkte das dass THW mehr als nur Wehrersatzdienst ist oder die Berufung anderen Menschen in ihrer Not zu helfen.

Was verleitet einen wie mich, ohne Bezahlung seine Freizeit zu opfern für andere?

Das ist eines der vielen Fragen, die mir in Bezug auf meine ehrenamtliche Tätigkeit immer wieder gestellt wurden.

Nun ja, man bekommt zwar kein Geld für seine ehrenamtliche Tätigkeit, aber dafür sehr viele andere wertvolle Dinge auf seinen Lebensweg mit. Zum Beispiel eine Art zweites Zuhause. Zumindest ist das THW für mich ein zweites Zuhause geworden. Ich bekomme dort beigebracht, wie man mit den verschiedensten Rettungsgeräten, wie Schere / Spreizer, Bunde und Stiche, Sicherheitsleinen zum Sichern seiner Kameraden umgeht oder auch wie man unter Atemschutz arbeitet. Außerdem wird einen beigebracht wie man Menschen aus großen Höhen rettet oder sich durch Trümmer, entweder Körperlich oder mit Hilfe von schweren Gerät durcharbeitet, um an mögliche verletzte Personen zu kommen, die wir dann retten müssen. All das und noch viel mehr, wird einen für mögliche Einsätze beigebracht. Aber das ist noch nicht alles.

Klar mache ich das um zu lernen, wie man anderen Menschen in Notlagen hilft. Aber auch wie man bei Katastrophen, Unglücksfällen, oder Notlagen richtig handelt. Denn als Helfer, der anderen aus seiner Notlage befreien muss, sollte man viel Fachliches Know how im Katastrophenschutz haben und mit seinen Gerätschaften sehr gut umgehen können. Sich im Team auf seine Kameraden verlassen können ist das wichtigste was man in so einer Hilfsorganisation lernt. Das gilt nicht nur für das THW sondern über die Einsatzorganisationsgrenzen hinweg. Vertrauen gegenüber seinen Trupppartner zu haben kann lebenswichtig sein, wenn zum Beispiel das eigene Leben in den Händen deines Kameraden hängt. Nur als Team zusammen können Einsätze geleistet werden. Niemand wird alleine gelassen. Das ist etwas, was man in normalen Alltag nicht unbedingt oder sehr selten lernt.


Es gibt vieles, was mich motiviert beim THW zu sein. Einmal die Technische und handwerkliche Ausbildung, sowie die Zusammenarbeit mit anderen ehrenamtlichen Helfern von THW, DRK, Feuerwehr, usw. sowie auch die Kameradschaft. Man lernt viele neue Freunde kennen. Viele meiner besten Freunde kommen mittlerweile vom Umfeld aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Auch, weil man sehr viele Wochenenden und Dienste gemeinsam verbringt. Das Wissen, was Gutes zu tun, sei es für den Menschen, den man in Notlagen hilft oder bei Veranstaltungseinsätzen wo man den anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben unter die Arme hilft in Rahmen der Amtshilfen ist schon was uns ausmacht. Nicht jeder ist für so ein Ehrenamt geschaffen. Auch gibt es einige die eine Zeitlang bleiben und dann wieder gehen. Trotzdem sind Sie gerne immer wieder Willkommen.

Vieles von dem, was ich in Ausbildungen, Lehrgängen oder Seminaren beim THW gelernt habe, kann ich im Alltag und auch auf der Arbeit benutzen. Denn viele Lehrgänge sind mittlerweile zertifiziert und auch außerhalb des THW’s gültig. Und man bekommt auch sonst noch sehr viele soziale Kompetenzen wie Teamwork, Improvisationgeschick, Wissen rund um die Erste Hilfe, oder auch den Katastrophenschutz, dem Brandschutz, oder der Aufbau von Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten und natürlich dem THW selber mit. Einfühlungsvermögen zu anderen Menschen sowie auch Verantwortungsbewusstsein zu anderen Menschen, seinen und anderen Kameraden sind Kompetenzen die von zentraler Bedeutung sind. Hinzu kommt eine gewisse Disziplin die man auch lernt und auch Führungskompetenzen kann man dort entwickeln. Auch ist das THW für mich ein Stück Freizeit, Abwechslung unter der Woche vom Arbeitsalltag. Ebenso sind Menschen die nicht aus handwerklichen Berufen kommen sind willkommen. Ich selber habe das auch gemerkt. Als ich zum THW kam war ich mehr der Theoretiker. Heute packe ich gerne mit an. Weil man dort was anderes sein kann als auf der Arbeit und man lernt sich aufeinander zu verlassen. Kameradschaft und Teamgeist sowie Verantwortung für sich und andere prägen den Zusammenhalt im Ortsverband, beim THW in allgemeinen sowie auch in der restlichen Gesellschaft.

Diesen Teamgeist lernen auch schon die kleinsten bei uns in der THW Jugend e.V. Schon ab 6 Jahren kann man in der THW Jugend e.V. mitmachen. Dort schon spielerisch lernen, was es heißt ein THW Helfer zu sein. Ob Ausbildungen, Landesjugendlager, Bundesjugendlager oder Ausflüge und Besichtigungen, für den Nachwuchs wird viel geboten. Ich selber bin als aktiver Helfer beim THW dazugekommen und habe ein halbes Jahr lang eine Grundausbildung durchlaufen. Jedes zweite Wochenende habe ich die Einsatzgrundlagen und den Umgang mit den technischen Gerätschaften gelernt sowie auch ein Erste Hilfe Kurs absolviert (und regelmäßig erneuert) bis dann die Prüfung kam, die ich in Theorie und Praxis bestanden habe.

Nach der Grundausbildungsprüfung 2006, die man Theoretisch und Praktisch durchläuft, war ich ein vollwertiger Helfer beim THW OV Lünen. Dort verbrachte ich meine Zeit als Helfer bis Ende 2016 und wechselte dann zum THW OV Dortmund in die Fachgruppe Führung und Kommunikation. Auch wenn ich mich mittlerweile beim THW OV Dortmund sehr gut aufgehoben fühle werde ich meine 10 Jahre beim THW Lünen niemals vergessen. Egal was andere sagen oder denken: Der Wechsel war rein Interessensbezogen, weil ich die Einheit wechseln wollte. Ich wollte etwas neues Lernen und entschied mich in diese Einheit zu gehen um dort mehr mit Telekommunikation, Führungsaufgaben und Digitalfunk zu tun zu haben.

In der Zeit beim THW Lünen habe ich schon viele Einsätze mitgemacht wie den Jahrhundertsturm Kyrill in Januar 2007, wo viel zerstört wurde. Oder in Kamen, wo nach einer geologischen Bohrung ganze Häuser einsturzgefährdet waren und unbewohnbar wurden. Oder beim Hochwasser in der Ecke um Magdeburg in Sommer 2013, wo viele Bundesländer von einem der schwersten Hochwasser betroffen waren, die selbst das Jahrhunderthochwasser von 2002 übertroffen haben. Dies war mein bisher größter Einsatz. Oder zuletzt nach den schweren Regenfällen in Münsterland, wo ganze Häuser im Dauerregen abgesoffen sind und die Keller sowie Tiefgaragen geflutet waren und wir dort das Wasser abpumpen mussten. Ganze Einheiten aus NRW waren dort mehrere Tage in Einsatz gewesen.

Denn wir sind immer als Katastrophenschutzorganisation 365 Tage und 24 Stunden rund um die Uhr für unsere Bevölkerung da, wenn wir entweder vom Bund oder den örtlichen Behörden oder den Feuerwehren angefordert werden.

 

Was ich mir wünsche ist, dass sich noch mehr Menschen für die Arbeit bei uns beim THW begeistern. Willkommen ist jeder der sich zu den demokratischen Werten unseres Staates bekennt, nicht woanders unehrenhaft entlassen wurde und Lust hat was Gutes für die Gesellschaft und sich zu tun. Jeder wird gebraucht, egal ob Deutscher Staatsangehöriger oder Menschen mit Migrationshintergrund, Jugendliche die Interessiert sind in der Jugend mitzuwirken oder auch Behinderte. Jeder wird nach seiner körperlichen Fitness und seinen Fähigkeiten eingesetzt. Das THW braucht Menschen aus der gesellschaftlichen Mitte. Aus allen Bereichen. Also Lust bekommen?

„Raus aus dem Alltag – Rein ins THW!“

Wenn du nun Lust bekommen hast und interessiert bist, komme doch mal vorbei. Am besten immer Dienstags, Mittwochs oder Donnerstag ab 18:00 Uhr! Schau doch mal bei uns in Dortmund vorbei und schnuppere mal herein. Mich selber findet man bei den Mittwochdiensten beim THW Dortmund in der Einheit Führung und Kommunikation.  Weitere Infos findest du unter:  www.thw-dortmund.de.

Oder schaue mal bei dir in der Nähe nach einem THW Ortsverband!

Im Video weiter unten, das vom THW Ortsverband Weiden erstellt wurde, könnt ihr sehen, was die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk leisten kann und welche Möglichkeiten es gibt, beim THW tätig zu sein. Der Film erklärt recht gut, was die Aufgaben des THW’s sind und wozu Deutschland diese Zivil- und Katastrophenschutzorganisation braucht.

Das THW hat mittlerweile eine Coole App in Google Playstore. Hiermit bleibt ihr auf dem laufenden was euer THW Ortsverband macht.

 

 

Teile uns auf

Verfsassen Sie hier ihren Kommentar