Demokratie Berater Seminar

Demokratie Berater – für ein besseres Miteinander in Verband

Ich mit Norbert Poppe dem Coach am Flipchart während eines der Seminare

Mitte 2013 fing ich vom THW aus an, über den Deutschen Jugendfeuerwehrverband, an einer Seminarreihe mitzumachen, um mich als Demokratie Berater ausbilden zu lassen. Nun ja, fragen mich viele, was ist der Demokratie Berater? Soll ich jetzt Politik beim Technischen Hilfswerk betreiben oder Berater für Demokratische Entscheidungen werden? Denn der Name klingt ja erst einmal danach. Dieses und viele weitere Fragen weiter in Beitrag.

 

Der Name ist aus meiner Persönlichen Sicht vielleicht ein wenig unglücklich gewählt aber passt eigentlich zu unseren Demokratischen Staat. Oder besser zu unseren Europäischen oder Deutschen Werten die in unserer Verfassung stehen. Werte wie Mitbestimmung in unserer Demokratie, Chancengleichheit, Meinungsfreiheit, Persönliche Entfaltung, oder auch das Recht auf Bildung und Teilhabe an Kultur und Sozialen Leben die wir als Menschenrechte haben.

Die angehenden Demokratie Berater und die Coaches. Alle aus THW und Feuerwehr Verbänden. Hier in Nordwalde bei Münster.

Wie überall können auch beim THW oder der Feuerwehr oder in Vereinen, Jugendverbänden oder anderen Hilfsorganisationen zwischenmenschliche Konflikte entstehen. Oft werden dann Menschen ausgegrenzt oder Diskreminiert weil sie anders denken oder eine andere Lebenseinstellung haben. Oder wie aktuell teilweise Thema ist, weil Sie vielleicht merken das Sie Homosexuell oder Bisexuell sind. Oder weil Sie Menschen mit Migrationshintergrund sind, die es schwer haben sich in Deutschland zu Integrieren und sich zurechtfinden müssen. Oder weil Sie Hoffnungen und Wünsche haben aufzusteigen, Funktionen zu übernehmen, Verantwortung tragen wollen, aber es Ausbilder oder Ortsvorsteher gibt die den Helfern Chancen verwehren sich in der Feuerwehr oder beim THW frei zu entfalten. Mobbing ist oft auch ein Thema. Ob Mobbing von Kameraden oder vorgesetzten Kameraden. Oder wenn Helfer falsch eingeschätzt werden und Potential verkannt wird. Hier gilt es gemeinsam in Ortsverband oder der Kameradschaft Lösungen zu finden und eventuelle Vorurteile abzubauen. Oder Maßnahmen zu ergreifen um den Frieden innerhalb des Verbandes zu wahren ohne das jemand benachteiligt oder ausgegrenzt wird.

Wie gehe ich mit Homosexuellen um. Muss ich nun Angst haben das sich dieser oder jene an Kinder vergreift, was ja Vorurteile in der Gesellschaft waren. Was leider viele Eltern über Homosexuelle Jugendbetreuer denken könnten. Wie gehe ich mit Menschen mit Migrationshintergrund um. Werden meine Kinder jetzt Gewalttätig wenn Sie mit Ausländern oder Muslimischen Jugendlichen Kontakt haben. Was ist der Islam überhaupt. Wie baue ich in einer Gruppe Vorurteile gegenüber Menschen ab die einene anderen Glauben oder eine andere Lebensweise haben? Wie können wir diese Menschen die von woanders herkommen oder sich Geoutet haben Integrieren. Aber auch wie gehen wir mit Menschen mit Behinderungen um, egal ob Körperlich, Geistig oder Seelisch. Wie können wir diesen Menschen neue Chancen eröffnen und in unseren Verbänden aufnehmen und denen Aufgaben geben die Sie glücklich machen. Können wir Aufgaben finden die Sie auch mit ihren Handycap ausüben können. Und wie gehen wir mit diesen Personen um. Was machen wir mit Kameraden die wir sehr schätzen die auf einmal Psychisch oder Körperlich erkranken? Wie gehen wir miteinander um?

Wie bauen wir Ängste oder Hemmungen gegenüber anderen Kameraden ab?

Konflikte können verschiedene Ursachen haben. Sei es das Frauen nicht wirklich wahrgenommen werden in der Feuerwehr, weil THW oder Feuerwehr angebliche Männerdomäne sind, so die Gedanken mancher Kameraden. Wie gehen wir mit Kameraden um die Rechte oder Linke Ideologien haben und versuchen andere Kameraden für ihre politischen zwecke missbrauchen wollen? Was machen wir mit Verfassungsfeindlichen Gedankengut oder Handeln von Kameraden?  Was passiert in schlimmsten falle wenn Helfer und Helferinnen zu schaden gekommen sind, weil man jemanden nicht ernst genommen hat bei Einsätzen oder Übungen, nur weil derjenige ein wenig anders tickt.  So etwas darf in einer Hilforganisation die auf Demokratischen Füßen steht nicht passieren. Wie gehen wir alle so miteinander um und wie lernen wir Probleme sachlich zu begegnen und zu lösen. Und wie merken wir Diskriminierung oder Ausgrenzung im Verein, Verband oder Ortsverband? Wann kippt die Stimmung. Können wir Handeln bevor es eventuell zu dramatischen Auseinandersetzungen kommt.

Pure Konzentration während einer Diskusssionsrunde beim Seminar.

Hier muss eingegriffen werden! Die Demokratie Berater Ausbildung die aus dem Projekt Zusammenhalt durch Teilhabe von Bundesinnenministerium gefördert wurde und von Deutschen Jugendfeuerwehrverband umgesetzt wurde, erforderte 6 lange Wochenenden wo wir uns mit Fragen, wie und wo beginnt Ausgrenzung und Diskreminierung auseinandergesetzt haben. Viele Fragen wurden in Gesprächsgruppen und in großen Runden miteinander veranschaulicht und Diskutiert. Gesetzliche Vorschriften und Menschliche Bedürfnisse und Probleme ins Spiel gebracht. Wir als Demokratie Berater haben Netzwerke aufgebaut und Wege erarbeitet um solche Probleme vorzubeugen oder Leute als Kontakte zu haben die einen Unterstützen können wenn es in Verband brennt. 

Denn wir sind alles nur Menschen, egal ob beim THW,  der Feuerwehr oder in anderen Hilfsorganisationen. Es kommt nur darauf an miteinander klarzukommen innerhalb der Kameradschaft. Und zwar mit unseren Demokratischen Werten die auf unserer Verfassung und den Menschenrechten gründen. Wir haben mit Metaplankarten, Flipcharts in Stuhlkreis oder in Gruppen Probleme aufgegriffen und Lösungen erarbeitet. Sachlich Diskutiert und eine Bunte Gesprächskultur gelebt. Gelernt mit welchen Methoden man didaktisch und Sachlich miteinander ins Gespräch kommt. Und auch das man den anderen lernen muss zu verstehen. Gut zu Argumentieren und die richtigen Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Wie können wir bei uns beim THW oder der Feuerwehr aber auch überhaupt in der Gesellschaft für ein besseres Miteinander sorgen. Konflikte lösen und Lösungen finden um weiteren Problemen vorzubeugen.Wie gehen wir mit diesen Herausforderungen um? Wie verbessern wir die Kommunikation untereinander um Vertrauen zu schaffen das man Probleme schon frühzeitig angehen kann?
Gezeigt wurden uns aber auch Methoden und Spiele des Teambuildungs um die Kameradschaft zu fördern. Denn es ist auch wichtig, gerade in Jugendverbänden, Vereinen, dem THW oder der Feuerwehr ein Miteinander zu fördern. Aufgaben zu gestalten die das Teamwork und die Kameradschaft unterstützen. Wie zeige ich einer Gruppe von Erwachsenen, aber auch jugendlichen das Sie nur miteinander Ziele erreichen kann. Wie fördere ich die Kommunikation in den Ortsverbänden.
In ganz Norddeutschland waren wir bei DRK oder Feuerwehreinrichtungen oder Tagungshotels mit Seminarräumen zu Gast. Ob Hamburg, Rendsburg, Bad pymont oder Münster. Wir haben uns auch mit Themen wie Jugendarbeit in Verband und Kommunikation beschäftigt.

Wie entwickeln wir eine Sachliche Streitkultur? Und wie erarbeiten wir gemeinsam Lösungen? Wie brechen wir die Grenzen in den Strukturen auf um dort für ein offenes miteinander zu sorgen? Fragen über Fragen die eine Antwort verlangen. Das alles hat uns über die Sechs Wochenenden wo wir Kameraden und Kameradinnen von THW und Feuerwehr uns getroffen haben beschäftigt. Wir haben gemerkt wie wichtig es ist ein Netzwerk aufzubauen Bundesweit aus Demokratie Beratern und Funktionsträgern der Hilfsorganisationen damit man im Zweifelsfall nicht alleine steht.

Letzter Tag – Es hieß Abschied nehmen voneinander. Wir erhielten unsere Qualifikationen als Demoktratie Berater.
Teile uns auf

Verfsassen Sie hier ihren Kommentar